Abgehängt

Es war ein Dienstag im November 2017 ich nahm wie damals üblich den Zug um 6:56, der sich bis heute zu einem beispielhaften Skandalzug (Verspätungen, Verkürzungen, Ausfälle) entwickelt hat. Trotz oder gerade wegen seinen planmäßigen Zeiten – 7:30 im Büro und kein Halt zwischen Mering und Pasing - nehme ich ihn immer wieder gerne – und sehr viele andere Pendler auch.

 

Ich ging, wie sonst auch, links die Treppe hoch auf den Bahnsteig Richtung München. Ich war pünktlich, der Zug auch, ein Fugger-Express mit 4-Zugteilen, das war schon mal überdurchschnittlich. Der Zug hält die Tür fast vor meiner Nase. Läuft bis jetzt …

 

Wie jeder Bahnpendler weiß, zeitige Abfahrt heißt noch lange keine planmäßige Ankunft. Bis dahin sind es noch über 50km Bahnstrecke und über 25 Min. Fahrzeit bis München Hbf.

 

So war es auch diesmal, der Zug wird zwischen Mammendorf und Olching langsam und bleibt schließlich auf freier Strecke einfach stehen. Dies kann reguläre Gründe haben, wie eine Überholung, ein Halt zeigendes Signal oder ein technisches Problem. Es war natürlich letzteres.

 

Naja, alles herunterfahren inkl. Stromabnehmer neustarten und neuer Versuch. Diesen verzweifelten Versuch kennt so ziemlich jeder PC-Anwender aus dem Alltag. Der Lokführer wiederholte diesen Vorgang einmal, zweimal, dreimal … Kein Erfolg, das Ding läuft nicht. Durchsage und weiter Versuche an anderen Führerständen weiterer Zugteile. Immer wieder das gleiche Spiel runter und wieder hoch – kein Erfolg.

 

Ein Polizist in meinem Abteil erklärte das Software-Problem mit den Achssteuerungen beim Fugger-Express mit 4-Zugteilen – anscheinend ein Insider.

 

Es erfolgte eine Durchsage, dass es ein Problem im Zugteil drei gibt. In welchem war ich eigentlich, da ich ja einfach die nächstbeste Tür nahm?? Es war Zugteil drei.

 

„Wir müssen letzten ersten beiden Zugteile abhängen.“, fuhr er fort. „Zugteile eins und zwei fahren weiter bis Pasing. Die hinteren beiden werden nach Eintreffen eines Zugführers zurück nach Mammendorf.“ Wir hatten Glück im Unglück und ein ausgebildeter Zugführer befand sich im vierten Zugteil und durfte die zurückgebliebenen Zugteile nach Mammendorf fahren, wo wir schließlich von einem Doppelstockersatzzug abgeholt wurden.

 

Schließlich kam ich schließlich kam ich zwei Stunden* später in München an, wofür man sonst 26 Minuten benötigt.

 

Mein Chef, der auch von Mering aus nach München pendelt nahm den Zug um 07:08, welcher uns auf dem Fernzuggleis überholt hat. Die späteren werden doch die ersten sein (oder so ähnlich).

 

 

* Bei Verspätungen dieser Art kann man leicht über robin-zug seine Fahrgastrechte geltend machen und Rückerstattung kassieren. [ANZEIGE]